INFORMATIONSVERANSTALTUNG
“Kinder sind unsere Zukunft“
56 Jahre Gefängnisstrafe für Steinwurf
Zeit: Mittwoch, 27.05.2009, Beginn: 19:00 Uhr
Ort:: Alte Feuerwache, Gathe 6, 42107 Wuppertal
Sehr oft kommt es vor, dass wir wieder Kind sein möchten, zurück in die Kindheit blicken und sagen, ´wie schön wäre es doch, immer ein Kind zu bleiben`... Im unbegrenzten Reich der Träume, in der Welt der Spiele zu leben, weit weg von der grausamen Realität des Lebens … Dieses Glück ist leider nicht allen Kindern dieser Welt gegönnt. Wir können die Existenz von Millionen Kindern nicht vergessen, die im Verteilungskampf der ´Großen` untergehen und verschwinden …
Annährend 29 Minderjährige wurden in Diyarbakir festgenommen, weil sie am 20. Oktober 2008 an Ausschreitungen beteiligt gewesen und Steine gegen die Sicherheitskräfte geworfen haben sollen. Ihnen wird u.a. vorgeworfen, Aktionen und Propaganda für eine terroristische Organisation durchgeführt und gegen das Versammlungs- und Demonstrationsrecht verstoßen zu haben. Die Staatsanwaltschaft fordert bis zu 23 Jahren Haftstrafe für die Minderjährigen. Auch in Adana wurden Jugendliche verhaftet und Verfahren eingeleitet. Hier fordert die Staatsanwaltschaft 56 Jahre Haftstrafe.
Anhand von Briefen der Minderjährigen aus dem Gefängnis wird deutlich, dass viele von ihnen einem hohen Maß von Gewalt und Folter ausgesetzt sind sowie zu nicht wahren Aussagen gezwungen werden.
Vor laufenden Kameras bricht ein Polizist einem 13-jährigen kurdischen Jungen den Arm, weil er Steine geworfen haben soll. Die Botschaft an alle kurdischen Kinder, die sich der Staatsgewalt widersetzen, ist glasklar: „Wir werden Euch allen den Arm brechen, solltet Ihr Euch gegen die Staatsgewalt stellen.“ Es ist ein Vorgehen, das nicht vereinzelt vorkommt.
Es ist ein System, das institutionalisiert ist. Denn die Verbrechen bleiben meist gedeckt und die Täter gehen straffrei aus. Der türkische Ministerpräsident Erdoğan rechtfertigte das Vorgehen seiner Sicherheitskräfte damals mit den Worten: „Die Sicherheitskräfte werden das Nötige tun, auch wenn es sich um Frauen und Kinder handeln sollte.“
Was sind die Gründe, die Kinder zu politisch engangierten Menschen machen?
Wie sehen die juristischen Hintergründe aus? Was wird mit den inhaftierten Minderjährigen geschehen?
Wie wirkt sich die Gefängnisstrafe und die damit verbundene Gewalt und Folter auf den seelischen Zustand der
Kinder aus? Was für Folgen wird es für diese Kinder haben?
ReferentInnen:
· Dr. Isik Iscanli (Psychaterin)
· Mahmut Sakar (Rechtsanwalt)
· Moderation: Gülbahar Aslan - Ceni – Kurdisches Frauenbüro für Frieden
Mit kleinem Buffett kurrdischer Spezialitäten..
Derr Erlös dieser Verranstaltung geht über den Menschenrechtsverein IHD iin Diyarbakir an die inhaftierten Minderjährigen bzw.. derren juristischen Beistand..
Veranstalter:
-Ceni – Kurdisches Frauenbüro für Frieden
-MAF-DAD Verein für Demokratie und internationales Recht e.V.
-Europäischer Friedensrat Türkei
-Gül Göcmen – Ehrenamtlich tätig bei: Diakonie Wuppertal