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  Ein weiteres Zeichen für die Dringlichkeit einer friedlichen Lösung der kurdisch
  Tarih: Cuma, 08. Mayıs 2009
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Das Blutbad in Mazidagi bei Mardin am Abend des 4. Mai, bei dem 44 Menschen ums Leben gekommen sind, hat die kurdische Bevölkerung in tiefe Trauer versetzt. Unter den Opfern befinden sich sechs Kinder und 16 Frauen, von denen drei schwanger waren. Dieses Blutbad macht die Ernsthaftigkeit der gesellschaftlichen Wunden deutlich sichtbar, die aufgrund des mehr als 30jährigen Krieges entstanden sind. Dieser Vorfall ist nicht etwa ein schlichter Mord im Namen der Ehre. Es ist ein Vorfall, der sowohl aus politischer als auch aus sozialer und juristischer Sicht bewertet werden muss.



Ein weiteres Zeichen für die Dringlichkeit einer friedlichen Lösung der kurdischen Frage

 

Das Blutbad in Mazidagi bei Mardin am Abend des 4. Mai, bei dem 44 Menschen ums Leben gekommen sind, hat die kurdische Bevölkerung in tiefe Trauer versetzt. Unter den Opfern befinden sich sechs Kinder und 16 Frauen, von denen drei schwanger waren. Dieses Blutbad macht die Ernsthaftigkeit der gesellschaftlichen Wunden deutlich sichtbar, die aufgrund des mehr als 30jährigen Krieges entstanden sind. Dieser Vorfall ist nicht etwa ein schlichter Mord im Namen der Ehre. Es ist ein Vorfall, der sowohl aus politischer als auch aus sozialer und juristischer Sicht bewertet werden muss.

 

Dieses Massaker wurde von Dorfschützern durchgeführt, die seitens des türkischen Staates ohne jegliche Kontrolle bewaffnet werden. Dieses Blutbad als ´Konflikt zwischen zwei Familien` oder ´Tradition und Ehrensache` zu benennen bedeutet, den wirklichen Umfang und die Hintergründe zu vertuschen und etwas anderes vorzutäuschen. Statt sich mit der Lösung der kurdischen Frage zu beschäftigen, dient das Dorfschützersystem zu nichts anderem, als die Kurden gegeneinander aufzuspielen. Das Dorfschützersystem ist eine bewusste Politik des türkischen Staates. In der nahen Vergangenheit sind viele andere Massaker von Dorfschützern mit Unterstützung des Staates durchgeführt worden. Nach offiziellen Angaben sind seit 2003 gegen 2376 Dorfschützer aufgrund verschiedener Delikte und Verbrechen offizielle Verfahren eingeleitet worden. Diese Fakten alleine zeigen, was für eine ernsthafte Gefahr das Dorfschützersystem für den gesellschaftlichen Frieden darstellt.

Dieses Blutbad, wie von offiziellen staatlichen Quellen behauptet, schlicht als ´Morde im Namen der Ehre` zu definieren, stellt eine Verleugnung der Tatsachen dar. Genauso oberflächlich ist es, den Vorfall mit der ´Zurückgebliebenheit dieser Region` zu begründen. Die zahllosen ´Morde im Namen der Ehre` und ähnliche grausame Massaker an Frauen, die aufgrund der feudal-patriarchalen Gesellschaftsstruktur in dieser Region häufig zu sehen sind, stellen seit Jahren eine blutende Wunde der Gesellschaft da. Das jahrelang andauernde Kriegsklima stellt ein Hindernis vor der Überwindung dieser Rückständigkeiten da.

 

Eine Veränderung der feudal-patriarchalen Gesellschaftsstruktur ist seit Jahrzehnten ein Ziel der DTP, die Teil der kurdischen Befreiungsbewegung ist. Die Befreiung der Frauen und die Abschaffung patriarchaler Strukturen wurden schon immer parallel zu der nationalen Identitätsfrage betrachtet und entsprechende Organisationsstrukturen etc. geschaffen. Die diesbezüglich seitens der DTP seit Jahren veranlassten und unternommenen Schritte zu leugnen, dient ebenfalls der Leugnungspolitik der türkischen Regierung und leugnet auch die Emanzipationsschritte der kurdischen Frauenbewegung. Das Blutbad von Mazidagi sollte also auf keinen Fall, wie es etwa einige Frauenrechtlerinnen aus der Türkei gemacht haben, losgelöst von der politischen Situation bewertet werden. Tatsache ist, dass der seit Jahren andauernde Krieg ein Hindernis vor der Überwindung dieser gesellschaftlichen Rückständigkeit darstellt.

 

Daher ist es notwendig, die Waffen ruhen zu lassen und einen friedlichen Weg für eine Lösung der kurdischen Frage zu beschreiten. Nur dann werden sich der Umwälzungsprozess der feudalen Struktur innerhalb der Gesellschaft und die Befreiung der Frauen beschleunigen.

Aber leider müssen wir auch gegenwärtig feststellen, dass die türkische Regierung auf keine der Verhandlungsangebote der kurdischen Befreiungsbewegung eingeht und - wie an der letzten Repressionswelle der Regierung gegen die DTP deutlich zu sehen - das Problem immer noch mit Unterdrückung, Leugnung und Vernichtung angeht. Die Lehre, die aus dem Geschehen gezogen werden sollte, ist die, nachhaltige Schritte für eine Lösung der kurdischen Frage zu setzen.

 

Wir verurteilen das Blutbad von Mazidagi zutiefst und möchten erneut ausdrücken, dass solange die kurdische Frage nicht mit friedlichen Mitteln auf demokratischem Wege gelöst wird, die Grundlage für weitere Blutbäder bestehen bleibt. Daher nehmen wir diese Erklärung zum Anlass, die türkische Regierung zur Bereitschaft für eine friedliche Lösung der kurdischen Frage aufzurufen und den akutellen Beschluss der PKK, die Waffen vorläufig ruhen zu lassen, als Verhandlungsangebot anzunehmen.

Nur dann, wenn die Waffen schweigen, werden sich die Türen für einen gesellschaftlichen Frieden öffnen...

 

 

Ceni – Kurdisches Frauenbüro für Frieden e.V. , SELIS – Frauenverein Diyarbakir

 

 




Ein weiteres Zeichen für die Dringlichkeit einer friedlichen Lösung der kurdisch

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