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  KURDISCHE FRAUENRECHTLERIN SARA AKTAŞ VERHAFTET
  Tarih: Salı, 28. Nisan 2009
  Konu: aktuelle News

aktuelle News Am Freitag, dem 17. April 2009, wurde die kurdische Frauen­rechtlerin Sara Aktaş gemeinsam mit 256 weiteren Frauen und Män­nern – davon 22 Frauen, die Mit­glied in der DÖKH sind – in der Türkei verhaftet. Sara Aktaş ist eine der Sprech­erinnen der „Demokratischen Freien Frauen­bewegung“ (DÖKH), die in der Türkei und vor allem in Kurdistan organisiert ist. Außerdem ist sie Mitglied der legalen politischen „Partei für eine demokratische Gesellschaft“ (DTP), die mit 20 Abge­ordneten im türkischen Parlament vertreten ist und bei den vergangenen Kommunalwahlen Ende März in den kurdischen Provinzen als klare Siegerin aus der Wahl hervorging.

Am Freitag, dem 17. April 2009, wurde die kurdische Frauen­rechtlerin Sara Aktaş gemeinsam mit 256 weiteren Frauen und Män­nern – davon 22 Frauen, die Mit­glied in der DÖKH sind – in der Türkei verhaftet. Sara Aktaş ist eine der Sprech­erinnen der „Demokratischen Freien Frauen­bewegung“ (DÖKH), die in der Türkei und vor allem in Kurdistan organisiert ist. Außerdem ist sie Mitglied der legalen politischen „Partei für eine demokratische Gesellschaft“ (DTP), die mit 20 Abge­ordneten im türkischen Parlament vertreten ist und bei den vergangenen Kommunalwahlen Ende März in den kurdischen Provinzen als klare Siegerin aus der Wahl hervorging.


Der Repressionswelle gegen die DTP, die auf den Wahlerfolg folgte und in deren Verlauf in verschiedenen Ermitt­lungsverfahren Hunderte Menschen kriminalisiert werden, ging erneut eine Waffenstillstandserklärung der kurdischen Guerilla voraus: Um einem politischen Dialog eine Chance zu geben, sollten vorläufig bis zum Juni die Waffen schweigen.

Den Verhafteten wird vorgeworfen, Mitglieder einer illegalen Organisation zu sein. Akteneinsicht wurde den An­wältinnen und Anwälten nicht gewährt. Die Akten stehen unter Geheim­haltung, allerdings war aus regierungsnahen Me­dien zu erfahren, die Straf­tatbestände beständen daraus, sich in Räten organisiert, Widerstand gegen den Ilisu-Staudamm koordiniert und sich für muttersprachlichen Unterricht eingesetzt zu haben – Tatsachen, die in der Par­teisatzung und in Partei­beschlüssen ohnehin nachzulesen sind.

Das Signal des türkischen Staates ist eindeutig: Der blutige Krieg in Kur­distan soll kein Ende finden. Bislang ist jeder der fünf Versuche der kurdischen Bewegung in den vergangenen 15 Jah­ren, über einen Waffenstillstand einen Dialog zu ermöglichen, gescheitert. Der türkische Staat setzt weiter auf Ver­nichtung und will einer demokratischen Basis für eine Lösung der kurdischen Frage keinen Raum lassen.
Gleichzeitig ist festzustellen, dass vermehrt versucht wird, auch die immer stärker werdende kurdische Frauen­be­wegung zu kriminalisieren. Die DTP wird nicht nur als kurdische Partei angefeindet, sondern ist mit ihrer Ge­sch­lech­terquote von 40 Prozent und ihrer ideologischen Ausrichtung in Bezug auf eine Umwälzung patriarchalischer Ver­hält­nisse einzigartig in der Partei­en­land­schaft der Türkei.

Als Teilnehmerinnen aus Deutsch­land des von Cenî organisierten Pro­jekts „Frauenstärken durch internationale Begegnung“ hatten wir im vergangenen März in Diyarbakır die Gele­genheit, Sara Aktaş und die kurdische Frauen­bewegung kennen zu lernen. Die Stärke und Organisiertheit dieser Bewegung hat bei uns tiefen Eindruck hinterlassen.
Wir fordern die sofortige Freilassung von Sara Aktaş und allen anderen Verhafteten.n

Cenî – Kurdisches Frauenbüro Für Frieden e.V.
Für die Teilnehmerinnen des Pro­jektes aus Deutschland und Frankreich:

Hanna Christian, Andrea Anton, Maxi Gniot, Agnes Von Alvensleben, Sevda Barlak, Emine Barlak, Mareen Heying, Muhabbet Anter, Rana Anter, Amel Ben Maamar, Zeynep Sevinc, Sükran Akdogan, Fidan Ünlübayir

Wer ist Sara Aktaş?

Sara Aktaş wurde 1976 in der kurdischen Stadt Iğdır in der Türkei geboren. Sie studierte Philosophie in Ankara und wurde 1994 verhaftet. Nach zehn Jahren Gefängnis wurde sie 2004 aufgrund der Änderungen im türkischen Strafgesetz wie viele andere entlassen. Seit ihrer Kindheit schreibt sie Gedichte; nach ihrer Entlassung aus der Haft wurde 2005 ein Gedichtband von ihr veröffentlicht.

Bereits 2007 wurde sie erneut wegen Teilnahme an einer Newrozfeier und an der Demonstration zum 1. Mai in Ankara erneut vorübergehend inhaftiert. Am 3. April 2009 wurde sie in diesem Prozess mit weiteren 26 An­geklagten – Mitglieder der DTP, des Mensch­enrechtsvereins IHD sowie Stu­dierende und ein Korrespondent der Nachrichtenagentur DIHA – wegen „Mitgliedschaft in einer illegalen Orga­nisation“ zu acht Jahren und vier Mo­naten Haft verurteilt. Die Verteidigung legte Revision ein.

Sara Aktaş ist eine der Sprecherinnen der Demokratischen Freien Frauen­bewegung (DÖKH) in der Türkei. Ihre gesamte Biographie ist geprägt von ihrem Kampf für ein würdevolles Le­ben als Kurdin und Frau in einer demokratisch organisierten Gesell­schaft. Sie beteiligte sich aktiv an den Vor­bereitungen der Aktionen der „Leben­den Schutzschilde“ in den vergangenen Jahren, arbeitete in ihrer Rolle als DÖKH-Sprecherin intensiv am Aufbau von Stadtfrauenräten in verschiedenen Städten der Türkei, trat als Rednerin bei Konferenzen des „Friedensrates Tür­kei“ auf, organisierte die diesjährige Frauenkundgebung zum 8. März in Diyarbakır mit 10.000 Teilnehmerinnen mit und sprach im Januar 2009 auf der fünften Kurdischen Konferenz im Europaparlament in Brüssel.


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