Die Terrororganisation IS (Islamischer Staat), welche Massaker und Genozide an den im Mittleren Osten lebenden und existierenden Völkern, Glaubensgemeinden und Gesellschaften ausübt, die nichts als Tod und Brutalität in jedes Haus bringt, und durch das kapitalistische System als Provokationsorganisation ausgenutzt wird, begeht momentan menschenverachtende Kriegsverbrechen, um die Menschheitswerte in Kurdistan und im Mittleren Osten zu zerstören.

Momentan setzen die aggressiven, faschistischen Banden des IS ihre Angriffe mit größter Brutalität und Feindseligkeit in Kurdistan, Kobanê, Mossul und Şengal (Sindschar) fort. Menschen werden geköpft, in die Flucht getrieben, Frauen vergewaltigt und Kinder dem Verhungern und Verdursten überlassen. Häuser und Besitztümer werden zerstört und geplündert. Heilige Stätten werden in Brand gesetzt, geplündert, zerstört und verunreinigt. Alte, weise Menschen werden ermordet. Alle, die die Geschichte der Völker und heutige menschliche Werte vertreten, sind das Angriffsziel der IS-Banditen. In unfassbarer Grausamkeit führt der IS seine widerwärtigen Angriffe als Feind der Völker und Glaubensgemeinschaften weiterhin fort. Die IS-Banden beschneiden kleine Mädchen, instrumentalisieren Frauen als Konkubinen als sexuelle Mittel zum Zweck, verbieten Friseurläden und vergewaltigen und versklaven Frauen für ein bis zwei Stunden dauernde “religiöse Verlobungen”. Wie die yezidische kurdische Parlamentsabgeordnete Viyan Daxil zum Ausdruck brachte, werden Frauen auf dem Markt verkauft, vergewaltigt und als Plündergüter betrachtet.

Die Banden, die seit zwei Jahren brutale Angriffe in Rojava (Westkurdistan) ausüben, fingen am 3. August 2014 an, das in Südkurdistan befindliche Sengal und seine Umgebung, eine der wertvollsten Regionen für das kurdische Volk, anzugreifen. Sie verüben Massaker an dem yezidischen Volk, das im Besitz einer der ältesten Religionen unter dem kurdischen Volk ist.

Als Resultat dieser Attacken mussten 50.000 yezidische Kurden in die Sengal-Berge  flüchten. Mehr als 240.000 Frauen, Kinder und ältere Bewohner waren gezwungen, ihre Häuser zu verlassen. Es wird von Tausenden von Frauen ausgegangen, die vom IS entführt und auf Sklavenmärkten verkauft oder vergewaltigt werden. Die Menschen, die ins Gebirge flüchten mussten, sehen nun aufgrund von Hunger und Durst dem Tod ins Auge. Mehrere hunderte Kinder sind bereits durch den Mangel an Wasser und Essen gestorben und die Zahl vergrößert sich mit jedem Tag. Nach Angaben von Delegationen, die Sengal besuchten, haben Hunderte von Frauen Selbstmord begangen, um nicht in die Hände des IS zu fallen.

In Sengal werden derzeit ein Genozid und Verbrechen an der Menschheit begangen. Die, die dem menschenrechtsverachtenden IS alle Arten von Unterstützung bieten, sowie die Staaten, die zu diesem Massaker schweigen, sind Mitverantwortliche. Vor allem die Türkei, Saudi Arabien, Qatar, die USA und EU-Staaten auch die BRD tragen Mitverantwortung an diesen Morden. Um ihre Interessen im Nahen Osten zu sichern, überlassen sie die dort lebenden Völker, Frauen, Religionen und Kulturen ungeheuren Massakern. Auch wenn die USA und EU-Staaten nun sagen, dass eine menschliche Tragödie bestehe und sie für humanitäre Hilfe sorgen werden, ist es offensichtlich, dass ihr Beitrag zur bisherigen Verbreitung und Radikalisierung der IS-Banditen dadurch nicht verschwinden wird. Genauso werden sie auch ihr Schweigen gegenüber den Angriffen auf das palästinensische Volk nicht verdecken können.

Die Politik dieser Staaten ist eine Teile-und-Herrsche-Politik, die Konflikte zwischen ethnischen und religiösen Gruppen im Nahen Osten nährt, um die Region von sich abhängig zu machen, um sie dann so für ihre imperialistischen Interessen ausnutzen zu können.

Als Reaktion auf diese Politik erstellen die kurdischen, arabischen, armenischen und assyrischen Völker nun eine gemeinsame Verteidigungskraft. Die Kurden und unterdrückten Völker und Glaubensgemeinschaften des Nahen Ostens versuchen sich, mit eigenen Mitteln, gegen diese menschenverachtenden Angriffe, aufzulehnen. Sie versuchen sich nach dem Prinzip der legitimen Selbstverteidigung zu schützen und zu verteidigen. Die Frauen und Männer der Guerillaeinheiten, die derzeit in Rojava und Südkurdistan Widerstand leisten, stehen nicht nur für die Frauen und die Völker in Kurdistan und im Nahen Osten, sondern für alle progressiven, Freiheit suchenden, demokratischen, Widerstand leistenden Frauen und die Würde aller Menschen.

 Als die Europäische Kurdische Frauenbewegung rufen wir jeden, der auf der Seite der Freiheit, Demokratie und Gleichberechtigung ist und jeden Widerstand leistenden zur Unterstützung auf. Wir rufen alle zu geistiger und materieller Unterstützungs- und Solidaritätsarbeit auf. Wir rufen jeden dazu auf, sich mit dem Volk in Sengal und Kurdistan zu solidarisieren!

04.08.2014 TJKE

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