Die menschenverachtenden und mörderischen Angriffe der Terrorgruppe IS (Islamischer Staat) bedrohen die Existenz verschiedener Völker und Glaubensgemeinschaften im Mittleren Osten. Nach den Angriffen auf Kobanê (Westkurdistan, Syrien) seit Anfang Juni 2014 und die Besetzung von Mossul (Südkurdistan, Irak) durch die IS-Milizen, richten sich ihre Angriffe seit Anfang August insbesondere gegen die kurdische, ezidische Bevölkerung in der Region Shengal (Südkurdistan).

In den Gebieten, die von den IS-Banden völkerrechtswidrig besetzt wurden, kommt es zu Massenexekutionen, Menschen werden zur Konversion zum Islam gezwungen oder ermordet. Heiligtümer der verschiedenen Glaubensgemeinschaften wie den Eziden und den Christen werden zerstört und geplündert. Mit dem Ziel der Vernichtung aller „Ungläubigen“ verübt der IS einen physischen und kulturellen Genozid und zerstört damit ebenso die kulturelle und religiöse Vielfalt und Geschichte der Völker Mesopotamiens.

Laut UN Angaben befinden sich derzeit über 700.000 Menschen im Nordirak auf der Flucht vor diesen Massakern. Darunter auch 10.000 kurdische Flüchtlinge aus dem Flüchtlingscamp Maxmur (Südkurdistan), das bis zum Angriff der IS am 7. August unter dem Schutz des UNHCR stand. Die meisten der Flüchtlinge sind Frauen und Kinder.

Nach aktuellen Berichten sind unter den ezidischen Flüchtlingen zahlreiche Kinder und alte Menschen während der Flucht aus der Region verdurstet oder an Entkräftung gestorben. Noch immer sind ca. 20.000 Menschen in den Bergen von Shengal gefangen und befinden sich dort ohne Wasser, Nahrungsmittel und Medikamente in akuter Lebensgefahr.

Frauen und Mädchen sind auf ganz besondere Weise von den brutalen Angriffen des IS betroffen.

Die Terrorgruppe IS entführen und vergewaltigen Frauen und verkaufen sie zur sexuellen Ausbeutung wie Waren. Mit ihrer Interpretation des Islams begründen sie ihre patriarchale Gewaltherrschaft. Imame vollziehen auf einige Stunden befristete "Eheschließungen", um Frauenhandel und -versklavung zu legitimieren. Menschenrechtsorganisationen schätzen, das über 1200 Frauen auf den von den IS-Milizen aufgebauten Sex-Sklavinnenmärkten in Mossul verkauft und vergewaltigt wurden.

Wir fordern: Befreiung der entführten Frauen aus den Händen der IS! Schutz der Frauen in dem von dem IS besetzten Gebieten!

Die internationale Staatengemeinschaft muss mit Sanktionen unverzüglich gegen die Länder wie Katar, Saudi-Arabien und die Türkei vorgehen, die diese reaktionären Kräfte politisch, wirtschaftlich und militärisch unterstützen.

Diese müssen andauern, bis diese Länder ihre Unterstützung für den IS einstellen. Angesichts der Dimension, die das unmenschliche Vorgehen dieser Terrorgruppen angenommen hat, ist die gesamte Menschheit aufgefordert, zu handeln und entsprechend aller Möglichkeiten dazu beizutragen, diese Gräueltaten zu stoppen, die aktuell betroffenen Frauen zu schützen und die von dem IS entführten aus deren Gewalt zu befreien.

Wir fordern: Humanitäre Hilfe für die geflohenen Frauen und Kinder! Die Entwicklung und den Aufbau langfristiger Projekte um den Frauen, Mädchen und Kindern eine (Über-) Lebensperspektive zu bieten!

Die Milizen des IS verwandeln die von ihnen besetzten Gebiete für Frauen in ein Gefängnis und schaffen menschenverachtende und frauenfeindliche Bedingungen. Ihnen wird verboten, sich in der Öffentlichkeit zu bewegen und vorgeschrieben, sich zu verschleiern. Genitalverstümmelung an Frauen und Mädchen werden durchgeführt. Sie werden ermordet oder in den Selbstmord getrieben.

Die Angriffe des IS gegen Frauen sind Teil ihrer gezielten Kriegsführung. Ihre Verschleppung und Versklavung verfolgt die physische Vernichtung dieser Gesellschaft ebenso wie die Demütigung und Zerstörung ihrer Familien, ihrer Gemeinschaften und menschlicher Werte, ihrer Würde und Identität.

Um dagegen anzugehen braucht es langfristige Projekte für die geflohenen Frauen und Kinder ebenso wie für Frauen, die aus den Händen des IS entkommen konnten. Es braucht akute Hilfen, die ihr Überleben sichern und darüber hinaus Lebensperspektiven schaffen, Traumata und Stigmatisierung überwinden und eine Grundlage schaffen, gemeinschaftliches Zusammenleben in der Region auch in Zukunft möglich zu machen!

Stoppt den Feminizid! Frauen vereint Euch gegen die systematische Tötung von Frauen weltweit und die frauenfeindlichen Angriffe der Terrorgruppe IS!

Sei es als strategisches Kriegsmittel, sei es als selektive Tötung ungeborener Mädchen oder Säuglinge, sei es zur Erhaltung der unterdrückten Position von Frauen in Gesellschaft und Familie oder als politische Antwort auf ihr Aufbegehren, ihren Freiheitswillen und ihren Kampf um diese Freiheit. Es gibt weltweit unzählige Beispiele dafür, dass Frauen auf der Grundlage der patriarchalen Machtkultur, in der Frauen wie Eigentum besessen und benutzt werden, einem Genozid ausgesetzt sind, der als solcher weder definiert noch benannt wird.

Die frauenfeindlichen Angriffe des faschistischen IS, d.h. die massenhafte und gezielte Tötung von Frauen, dieser Feminizid, ist ein Verbrechen gegen die Menschheit. Terrororganisationen wie der IS oder Boko Haram stellen für die gesamte Menschheit eine Gefahr dar. Die Jahrtausende alte patriarchale Denkweise erlebt über diese Gruppierungen einen brutalen Aufschwung, mit dem alle menschlichen Werte mit Füßen getreten werden.

Wie in Nigeria, Kosovo, Ruanda, Bosnien Herzegowina, Indien und Korea werden Frauen ausschließlich aufgrund ihres Geschlechts zum Angriffsziel und sind einer systematische Vernichtung, Massakern, physischer und psychischer Gewalt ausgesetzt. Aktuell wiederholt sich dieser Feminizid in Shengal.

Als Frauen können und wollen wir dazu nicht schweigen!

Deshalb richten wir uns:

der Rat der ezidischen Frauen in Deutschland, das kurdische Frauenbüro für Frieden Cenî e.V., die Frauenbegegnungsstätte Utamara e.V., die Internationale Vertretung der kurdischen Frauenbewegung, die Internationale Freie Frauen Stiftung IFWF, das Frauenkomitee der Kurdistan National Kongress KNK und Roj Women Kurdish and Turkish women's rights uns mit der Kampagne „Die Freiheit der Frauen in Shengal ist die Freiheit der Menschheit“ an die internationale Staatengemeinschaft, an Einrichtungen und Institutionen und Persönlichkeiten die sich verantwortlich fühlen für den Schutz von Menschen und Frauenrechten.

Mit dem Ziel der Befreiung und dem Schutz der Frauen und Kinder, der Durchführung von Hilfsprojekten und der Verurteilung von Feminizid als Verbrechen gegen die Menschheit werden wir intensive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit leisten. Es werden dringend benötigte Spenden als unmittelbare Hilfe für die geflohenen Frauen und Kinder gesammelt. Delegationsreisen für Interessierte und Fachkräfte werden organisiert, um mit MenschenrechtlerInnen, JuristInnen, JournalisInnen, ÄrztInnen, SoziologInnen, PsychologInnen u.a. in der Zusammenarbeit mit Institutionen und Hilfsorganisationen vor Ort den Hilfebedarf der Flüchtlingsfrauen und Kinder zu klären, fundierte Informationen zu sammeln, Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit zu leisen, sowie unmittelbare und langfristige Projekte zu erarbeiten. Auf Basis der Informationen durch Delegationen und im Austausch mit regionalen Institutionen und Hilfsorganisationen werden Hilfsprojekte konzipiert und langfristige Projektkooperationen aufgebaut.

Darüber hinaus werden Aktionsveranstaltungen, die über die Situation der Frauen und Kinder aufklären, politische und gesellschaftliche Handlungen einfordern sowie Unterstützungsmöglichkeiten aufzeigen, durchgeführt. Es werden Fachkonferenzen veranstaltet, die sowohl internationales Fachpublikum wie auch eine breite Öffentlichkeit zur Diskussion und zur Erarbeitung von Handlungsstrategien auffordern.

Mit der Kampagne „Die Freiheit der Frauen in Shengal ist die Freiheit der Menschheit“ rufen wir dazu auf, dass auch Sie entsprechend ihrer Möglichkeiten dazu beitragen, diese Massaker zu beenden, die betroffenen Frauen zu schützen, Hilfe zu leisten und die Kampagne und ihre Forderungen zu unterstützen!

Feminizid ist ein Verbrechen gegen die Menschheit!

 Zur Verwirklichung der Kampagne können Frauenvereine, -institutionen, -organisationen, -gruppen etc. als Mitträgerin gerne beitragen und mitwirken.

Bei Interesse und für weitere Informationen wenden Sie sich an folgende Ansprechpartnerinnen

Für Spenden, Presse und Öffentlichkeitsarbeit:

-  Cenî-Kurdisches Frauenbüro für Frieden e.V., Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!,

-  Rat der ezidischen Frauen Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Für Delegationen und Diplomatie:

-  Internationale Vertretung der kurdischen Frauenbewegung, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Für Hilfsprojekte:

-  Frauenbegegnungsstätte Utamara e.V., Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!,

-  ROJ Women, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

-  Internationale Freie Frauen Stiftung IFWF, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Veranstaltungen:

-  Cenî-Kurdisches Frauenbüro für Frieden e.V.

Aktivitäten

Spenden

Ceni Info