Sakine Cansız leistete ihr ganzes Leben lang entschlossen Widerstand gegen jegliche Form von Unterdrückung und Unrecht. Hierzu gehörte insbesondere auch ihr Kampf gegen die Militärjunta, die in der Türkei 1980 errichtet wurde. Sakine Cansiz kämpfte für die Freiheit der kurdischen Frauen genauso wie für die weltweite Frauenbefreiung. Ihr entschlossener und beharrlicher Kampf für ein freies Leben gleicht einem Manifest. Mit ihrem Kampf gegen Sexismus und jegliche Herrschaftsform ist Sakine Cansiz für die kurdische Frauenbewegung zu einem Symbol des Widerstands geworden. Zugleich spielte sie eine führende Rolle dabei, Frauen weltweit zu vereinen. Fidan Dogan errichtete Brücken zwischen den Völkern, indem sie den langjährigen, gerechten Kampf des kurdischen Volkes in Europa würdevoll und mit diplomatischem Feingefühl unterschiedlichen Völkern bekannt machte. Insbesondere arbeitete sie mit großem Einsatz für die internationale Solidarität zwischen kurdischen Frauen und Frauen aus aller Welt. Leyla Şaylemez widersetzte sich der europäischen Assimilationspolitik. Sie engagierte sich entschlossen dafür, dass kurdische und andere Jugendliche sich dem ausbeuterischen System nicht ergeben, sondern vielmehr ihr revolutionäres Potential erkennen und nutzen.

Obwohl seit den Hinrichtungen unserer Genossinnen in Paris nun genau 791 Tage vergangen sind, wurden die Auftraggeber dieser Morde offiziell immer noch nicht bekannt gegeben. Ein Jahr nach den Morden war eine Tonaufnahme eines Gespräch zwischen dem Tatverdächtigen Ömer Güney und Mitarbeitern des türkischen Geheimdienstes MIT im Internet verbreitet worden. Auf den Aufnahmen war eine detaillierte Planung der Pariser Morde zu hören.

Kurz nach der Veröffentlichung dieser Tonaufnahmen erklärte der damalige türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan bezüglich des in Amerika lebenden Predigers Fetullah Gülen: “Sie haben den Osloer Dialogsprozess [zwischen der PKK und der türkischen Regierung] sabotiert. Durch die Ermordung der drei Frauen in Paris wollten sie auch den neu begonnenen Prozess sabotieren.”

Alle öffentlich bekanntgewordenen Beweise deuten auf eine Beteiligung der Türkei hin. Das heißt, obwohl die französischen Staatsorgane über ausreichende Indizien verfügen, haben sie hierzu bislang weder eine Erklärung abgegeben noch diesbezüglich ernsthafte Ermittlungen durchgeführt. Dies zeigt, dass die internationalen kriegstreiberischen Kräfte weiterhin an ihrem Ziel festhalten, die Kurdische Freiheitsbewegung mit allen Mitteln zu bekämpfen. Vermutlich bleiben die Verantwortlichen der Morde unbehelligt, weil die gleichen Kräfte noch weitere Attentatspläne gegen führende Kader der Kurdischen Befreiungsbewegung schmieden.  

Genauso wie bei Morden in Paris, so sehen wir auch heute in Shengal und Rojava ganz deutlich, dass die internationalen kriegstreiberischen Kräfte den Kampf für die Werte der Menschlichkeit zerschlagen wollen, der unter der Führung von Sakine Cansiz in Kurdistan aufgebaut wurde.

Jedoch leisten die Frauen und Völker Kurdistans im Gedenken an Sakine Cansiz einen historischen Widerstand. Im Gedenken an Fidan Doğan solidarisieren sich die Völker aus aller Welt mit dem Kampf der Frauen in Rojava und Shengal. Tausende revolutionärer Jugendlicher sind genauso wie Leyla Şaylemez nach Kurdistan zurückgekehrt und kämpfen dort heute im Gedenken an sie. 

Um die Mörder und die hinter ihnen stehenden internationalen kriegstreiberischen Kräfte zur Rechenschaft zu ziehen, setzen kurdische Frauen seit zwei Jahren ihre wöchtlichen Aktionen fort. Cenî - Kurdisches Frauenbüro für Frieden wird die Kampange “Ihr schweigt, weil Ihr schuldig seid!” solange fortsetzen, bis die Täter sowie die Auftraggeber der Morde bekannt gegeben wurden.

Wir Frauen sagen: Kein Vergeben – Kein Vergessen!

Sakine, Fidan und Leyla leben in unserem Kampf für Frieden und Freiheit weiter!

Jin - Jîyan – Azadî!

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